In Zeiten steigender humanitärer Bedarfe und rapide sinkender Finanzmittel hat Tom Fletcher, Leiter der Nothilfe der Vereinten Nationen, 48 Millionen US-Dollar aus dem Zentralen Nothilfefonds (CERF) zur Unterstützung des Humanitären Luftdienstes der Vereinten Nationen (UNHAS) bereitgestellt. Diese Mittel ermöglichen es UNHAS, seine Einsätze in acht von Krisen erschütterten Ländern fortzusetzen.
Die Zuweisung erfolgt inmitten einer globalen Krise der humanitären Finanzierung, die auch Hilfsflüge gefährdet. UNHAS wird vom Welternährungsprogramm (WFP) betrieben und bleibt eine wichtige Lebensader, die es ermöglicht, dass Helfer und lebenswichtige Güter Menschen in akuter Not erreichen. Angesichts schwindender humanitärer Mittel drohte UNHAS jedoch die Einstellung seiner Operationen.
Die am Donnerstag angekündigte CERF-Finanzierung wird den Betrieb von UNHAS in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), in Haiti, Kenia, Nigeria, im Südsudan, im Sudan, in Syrien und im Tschad aufrechterhalten. Diese Unterstützung wird es Tausenden von humanitären Helfern aus UN-Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft ermöglichen, weiterhin lebensrettende Hilfe zu leisten.
Die Bedeutung dieser Hilfe ist greifbar. Schon allein in der DR Kongo ist UNHAS nach wie vor das zuverlässigste Transportmittel für humanitäre Helfer. Im Februar 2026 beispielsweise beförderte UNHAS über 1.350 Passagiere und 13,5 Tonnen Fracht für 103 Hilfsorganisationen an 24 Standorte im ganzen Land.
UNHAS fungiert als Lufttransportdienst der Vereinten Nationen, der Passagier- und Frachttransporte von und zu Krisengebieten für die gesamte humanitäre Gemeinschaft bereitstellt. Er ermöglicht Hilfskräften den Zugang zu diesen Gebieten und gewährleistet die Lieferung von Leichtfracht, wodurch effektive lebensrettende Einsätze ermöglicht werden.
UNHAS mit Sitz in Rom, Italien, wurde 2001 für humanitäre Zwecke gegründet. Obwohl jede UN-Organisation seine Dienste in Anspruch nehmen kann, widmet sich UNHAS in erster Linie der Unterstützung humanitärer Einsätze. Nach Angaben des WFP ist UNHAS der einzige humanitäre Flugdienst, der allen humanitären Akteuren gleichen Zugang gewährt.
Allein im Jahr 2024 beförderte UNHAS über 355.000 Passagiere und 4.925 Tonnen Fracht, darunter medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung, zu fast 400 abgelegenen Zielen. UNHAS-Flüge wurden in 21 Ländern auf drei Kontinenten durchgeführt und kamen mindestens 615 Organisationen zugute.
Da die weltweiten Mittel für humanitäre Hilfe jedoch weiter schrumpfen, sind Dienste wie UNHAS weiterhin bedroht. Die Folgen könnten unmittelbar sein: Der Zugang zu schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen würde unterbrochen und Notfallmaßnahmen würden massiv behindert, gerade dann, wenn sie am dringendsten benötigt werden.