Das Land
Die Demokratische Republik Kongo (DRK, DR Kongo) ist ein Land in Zentralafrika südlich der Sahara. Das Land erlangte seine Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1960; seine Hauptstadt ist Kinshasa. Die DR Kongo grenzt an die Zentralafrikanische Republik, Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Angola und die Republik Kongo. Die Demokratische Republik Kongo erstreckt sich über eine Fläche von 2.344.858 Quadratkilometern. Im Jahr 2026 hat das Land eine geschätzte Bevölkerung von 112,8 Millionen Einwohner. Die DR Kongo zählt zu den rohstoffreichsten Ländern der Welt und ist gleichzeitig eines der am wenigsten entwickelten Länder.
Die humanitäre Lage
Die Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ist mit einer der komplexesten und am längsten andauernden humanitären Krisen der Welt konfrontiert. Im Jahr 2026 benötigen 18,5 Millionen Menschen in der DRK humanitäre Hilfe. Das Land leidet zudem unter einer der weltweit am meisten vernachlässigten Vertreibungskrisen: Über 7,9 Millionen Frauen, Kinder und Männer mussten ihre Heimat verlassen. Die humanitäre Lage ist geprägt von anhaltenden bewaffneten Konflikten, massiven Vertreibungen, Klimaschocks und wiederkehrenden Epidemien.
Seit Mai 2026 gefährdet ein sich rasch ausbreitender Ebola-Ausbruch in mehreren Provinzen noch mehr Menschenleben, wobei die unsichere Lage und der eingeschränkte Zugang für humanitäre Helfer die Hilfsmaßnahmen erschweren. Der Ausbruch belastet das ohnehin schon überlastete Gesundheitssystem zusätzlich und verschärft den humanitären Bedarf in von Konflikten und Vertreibung betroffenen Gemeinden.
Stand August 2026 befindet sich der Ausbruch der Bundibugyo-Viruserkrankung (BVD) in der DR Kongo in einer Phase intensiver Übertragung. Es handelt sich um den größten jemals in diesem Land gemeldeten Ebola-Ausbruch, der sich schneller verbreitet als jeder bisherige. Ursprünglich auf eine Gesundheitszone in der Provinz Ituri beschränkt, hat sich der Ausbruch inzwischen auf 54 Gesundheitszonen in sechs Provinzen ausgebreitet: Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uélé, Tshopo und Bas-Uélé. Insgesamt wurden 4.665 bestätigte Fälle, darunter 2.184 Todesfälle, gemeldet.
Seit Jahrzehnten leidet die DR Kongo unter zahlreichen sich überschneidenden Krisen, die hauptsächlich durch Konflikte und Vertreibungen ausgelöst werden und verheerende Folgen haben. Mehr als hundert Jahre später prägt die grausame Kolonialisierung des Landes durch den belgischen König Leopold II. noch immer das Leben in der DR Kongo. Seit dem Ende des Zweiten Kongo-Kriegs im Jahr 2003 erlebt das zentralafrikanische Land seit mehr als zwei Jahrzehnten anhaltende bewaffnete Gewalt.
Während das Land weiterhin von jahrzehntelangen Konflikten und Unruhen heimgesucht wird, verschärft sich die humanitäre Krise. Millionen Menschen wurden aufgrund anhaltender Angriffe von Milizen und militärischer Operationen innerhalb des Landes vertrieben, was besonders tragische Folgen für Frauen und Kinder mit sich bringt. Der Konflikt hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der kongolesischen Bevölkerung.
Besonders dramatisch ist die Lage in den von Konflikten betroffenen östlichen Provinzen der DR Kongo, wo Familien den Zugang zu ihrem Vieh und ihren Lebensgrundlagen verloren haben. Bewaffnete Zusammenstöße beeinträchtigen weiterhin die Nahrungsmittelproduktion und die Handelswege. Gleichzeitig bleibt der Zugang für humanitäre Hilfe aufgrund von Sicherheitsrisiken, die die Bereitstellung lebenswichtiger Hilfsgüter behindern, eingeschränkt. Während die Sicherheitslage im Osten der DR Kongo weiterhin sehr instabil ist, wird nach wie vor über Menschenrechtsverletzungen berichtet, darunter Rachemorde und Entführungen.
Aufgrund der fortdauernden Gewalt leidet die Demokratische Republik Kongo unter einer der größten Binnenvertreibungskrisen weltweit – nur noch der Sudan ist davon stärker betroffen. Mehr als 7,9 Millionen Menschen mussten aus ihrer Heimat fliehen. Dazu zählen 6,9 Millionen Binnenvertriebene und Rückkehrer, vor allem in den östlichen Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Ituri, sowie etwa eine Million Flüchtlinge, die in Nachbarländern Schutz gesucht haben. Neben Millionen von Binnenvertriebenen beherbergt die DR Kongo zudem etwa 520.000 Flüchtlinge aus anderen Ländern, vor allem aus der Zentralafrikanischen Republik, Ruanda, Burundi und dem Südsudan.
Die Konflikte im Osten der DR Kongo haben eine Krise ausgelöst, die sich auf Ernährungsunsicherheit, Unterernährung, Gesundheit, Bildung sowie den Zugang zu sauberem Wasser und Unterkünften auswirkt. Im Jahr 2025 erreichte die humanitäre Lage in den östlichen Provinzen der DR Kongo verheerende Ausmaße, sodass Millionen schutzbedürftiger Zivilisten unter der zyklisch wiederkehrenden Gewalt durch bewaffnete Gruppen litten.
Im Osten der DR Kongo sind zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv, darunter die Rebellenbewegung „Mouvement du 23 mars“ (M23), die bewaffnete Gruppe CODECO (Coopérative pour le développement du Congo), die Rebellen der „Allied Democratic Forces“ (ADF) sowie bewaffnete Zaïre-Gruppen. Im vergangenen Jahr verstärkte die Rebellengruppe M23 ihre Kampfhandlungen und eroberte große Gebiete in Nord- und Süd-Kivu.
Der andauernde Konflikt im Land verschärft den Hunger im Land. Aufgrund dieser Kampfhandlungen in den östlichen Provinzen und der daraus resultierenden großflächigen Vertreibung steht das Land vor einer der weltweit größten und schwerwiegendsten Hungerkrisen. Nach den neuesten Daten der Integrierten Phase-Klassifizierung der Ernährungssicherheit (IPC) sind derzeit über 26,5 Millionen Menschen – fast ein Viertel der kongolesischen Bevölkerung – nicht in der Lage, ihren Grundnahrungsbedarf zu decken.
Die jüngste IPC-Aktualisierung zeigte, dass über 3,6 Millionen Kinder, Frauen und Männer unter einer Nahrungsmittelunsicherheit auf Notfallniveau (IPC-Phase 4) leiden, wodurch eine kritische Nahrungsmittelknappheit angezeigt wird, die ohne sofortige humanitäre Hilfe lebensbedrohlich ist. Dies ist eine der weltweit größten Zahlen von Menschen, die unter Bedingungen der Phase 4 leiden.
In den vergangenen Monaten hat die sich verschärfende Nahrungsmittelkrise die Bevölkerung der DR Kongo schwer getroffen, in der Konflikte, wirtschaftliche Instabilität und steigende Lebensmittelpreise Millionen von Menschen in Gefahr gebracht haben.
Die Lage hat sich besonders in den vier Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu, Ituri und Tanganyika verschlechtert, wo mehr als 10,3 Millionen Menschen unter Krisenbedingungen oder noch schlimmeren Umständen leiden, darunter 2,3 Millionen in Phase 4. Binnenvertriebene, die vor Gewalt fliehen, gehören nach wie vor zu den am stärksten gefährdeten Gruppen und sind am stärksten von der sich verschärfenden Hungerkrise betroffen.
Die Ernährungslage in derDRK ist besonders alarmierend. Rund 4,18 Millionen Kinder unter fünf Jahren benötigen eine Behandlung wegen akuter Unterernährung. Von diesen Kindern leiden mehr als 1,3 Millionen an schwerer akuter Unterernährung (SAM) oder werden voraussichtlich daran erkranken. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass über 1,5 Millionen schwangere und stillende Frauen akut unterernährt sind, was die Gesundheitsrisiken für Mütter und Kinder weiter verschärft.
Schwere akute Unterernährung (SAM) ist die tödlichste Form der Unterernährung. Unbehandelt kann sie innerhalb weniger Wochen zum Tod führen. Kinder, bei denen SAM diagnostiziert wurde, benötigen eine sofortige, intensive Behandlung, da sie extrem anfällig für lebensbedrohliche Komplikationen sind und eine hohe Sterblichkeitsrate aufweisen, wenn sie unzureichend versorgt werden. Unterernährung schwächt die Immunabwehr und macht Kinder anfälliger für Infektionskrankheiten.
Das Land hat zudem mit den Folgeerscheinungen des Klimawandels zu kämpfen, die die Auswirkungen häufiger Überschwemmungen in vielen Provinzen der DR Kongo verschärft haben. Überflutungen verschlimmern den ohnehin schon hohen humanitären Bedarf, da sie die Infrastruktur schwer beschädigen und grundlegende Versorgungseinrichtungen lahmlegen.
Zwischen 2023 und 2025 kam es in der DR Kongo zu katastrophalen Überschwemmungen, ausgelöst durch den Fluss Kongo, der auf den höchsten Stand seit 1961 anstieg. Diese anhaltende klimabedingte Krise betraf allein im Jahr 2023 eine Rekordzahl von 4,1 Millionen Menschen, führte zur Vertreibung von über 500.000 Menschen und forderte Hunderte von Todesopfern. Bis Ende 2024 waren erneut 1,1 Millionen Menschen betroffen, und im Jahr 2025 litten über 658.000 Menschen unter wiederkehrenden sintflutartigen Regenfällen, die in verheerenden Hochwasserkatastrophen gipfelten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass Millionen von Menschen in der DR Kongo aufgrund eskalierender Konflikte und Gewalt, insbesondere im Osten des Landes, mit einer Gesundheitsnotlage konfrontiert sind. Die Massenflucht überlastet die Wasser- und Sanitärversorgungssysteme und belastet die knappen Ressourcen der Bevölkerung zusätzlich. Infolgedessen sind die Menschen mit Ausbrüchen von Cholera, Masern, Meningitis, Mpox und Pest konfrontiert, die alle durch schwere Überschwemmungen in einigen Teilen des Landes noch verschlimmert werden.
Der diesjährige humanitäre Bedarfs- und Reaktionplan (HNRP) sieht Finanzmittel in Höhe von insgesamt 2,1 Milliarden US-Dollar seitens Geberorganisationen weltweit vor, um 7,3 Millionen schutzbedürftigen Menschen in einem Land zu helfen, in dem nach wie vor knapp 15 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigen. Der tatsächliche Bedarf wird jedoch weithin als höher eingeschätzt. Die humanitären Hilfsmaßnahmen in der DR Kongo sind nach wie vor stark unterfinanziert. Bis August waren lediglich 48 Prozent des HNRP für 2026 finanziert.
Die Vereinten Nationen gingen davon aus, dass im Jahr 2025 21,2 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigten, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2024 darstellte. Darunter befanden sich voraussichtlich 12,4 Millionen Kinder. Fast 8 Millionen Frauen, Männer und Kinder in den drei östlichen Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu waren auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der HRP des vergangenen Jahres konnte nur zu 28 Prozent finanziert werden, was die Hilfsorganisationen dazu zwang, ihre Aktivitäten einzuschränken. Trotz erheblicher Finanzierungslücken erhielten etwa 9,1 Millionen Menschen zumindest eine Form humanitärer Hilfe – das sind mehr als 80 Prozent der vorgesehenen Zielgruppe.
Der HRP 2024 für die DR Kongo sah 2,6 Milliarden US-Dollar vor, um dringend benötigte Hilfe zu leisten. Stand Januar 2025 war der HRP 2024 nur zu 51 Prozent finanziert. Darüber hinaus startete das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) den Regionalen Flüchtlingshilfsplan (RRP) 2024, um kongolesischen Flüchtlingen in den Nachbarländern Schutz und Hilfe zu gewähren. Der RRP benötigte 668 Millionen US-Dollar zur Unterstützung von fast 1 Million Flüchtlingen und 1 Million Aufnahmegemeinden, war jedoch (Stand Januar 2025) nur zu 43 Prozent finanziert.
Trotz fehlender Finanzmittel sowie operativer und zugangsbezogener Herausforderungen leisteten humanitäre Organisationen im Jahr 2024 Hilfe für schätzungsweise 7,1 Millionen Menschen von insgesamt 8,7 Millionen, die für Hilfsmaßnahmen vorgesehen waren.
Der Humanitäre Reaktionsplan 2023 für die Demokratische Republik Kongo sah 2,3 Milliarden US-Dollar vor, um Millionen von Menschen lebensrettende Hilfe zu leisten. Bis Februar 2024 war der HRP 2023 nur zu 40 Prozent finanziert. Der Regionale Flüchtlingsreaktionsplan (RRP) 2023 für die Demokratische Republik Kongo erforderte 549 Millionen US-Dollar. Bis Februar 2024 war der RRP 2023 nur zu 26 Prozent finanziert.
Die Sicherheitslage
Seit zwei Jahrzehnten wütet in Teilen des Landes gewalttätige Konflikte. Menschenrechtsverletzungen sind weit verbreitet, insbesondere Fälle von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt, wobei sexuelle Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt wird. Sporadische und teilweise heftige Kampfhandlungen in vielen Teilen des Landes, insbesondere in den östlichen Regionen, stellen die Demokratische Republik Kongo vor eine komplexe und herausfordernde Sicherheitslage.
Ende Dezember 2018 und Anfang 2019 fanden in den meisten Teilen des Landes Präsidentschafts-, Parlaments- und Provinzwahlen statt. Im Jahr 2019 erlebte das Land die erste Machtübergabe an einen Oppositionskandidaten ohne nennenswerte Gewalt oder einen Staatsstreich seit der Unabhängigkeit der DRK. Der Oppositionskandidat Félix Tshisekedi wurde am 10. Januar 2019 zum Wahlsieger erklärt und zwei Wochen später in sein Amt eingeführt.
Die nächsten Präsidentschafts-, Parlaments- und Provinzwahlen fanden im Dezember 2023 statt. Nach einer umstrittenen Wahl im Dezember wurde Präsident Tshisekedi am 20. Januar 2024 für seine zweite fünfjährige Amtszeit vereidigt. Der kongolesische Präsident hat versprochen, das zentralafrikanische Land zu vereinen und die Menschen in den konfliktgeplagten Ostprovinzen zu schützen.
Während sich die Sicherheitslage im Jahr 2021 in einigen Regionen verbesserte, führten bewaffnete Konflikte und Naturkatastrophen im Osten des Landes, vornehmlich in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri, wo im April 2022 aufgrund eskalierender Angriffe der Belagerungszustand ausgerufen wurde, weiterhin zu erheblichen Verwerfungen. Nord-Kivu, Ituri und Süd-Kivu litten zwischen 2021 und 2023 unter einer Eskalation gezielter Angriffe bewaffneter Gruppen auf die Zivilbevölkerung, von denen viele aufgrund des Konflikts und der Gewalt bereits vertrieben worden waren.
Rebellengruppen bekämpfen die Regierung und sich gegenseitig seit Jahrzehnten im Ostkongo und kämpfen um die politische Vorherrschaft und die Kontrolle über die reichen Minen der Region. Eine der Hauptursachen für viele dieser Konflikte ist die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der DRK. Ein Großteil der Instabilität in der Region ist auf den illegalen Bergbau, regionale Rivalitäten und einen Stellvertreterkrieg zwischen den östlichen Nachbarn Uganda und Ruanda zurückzuführen.
Trotz der Bemühungen um Frieden im Osten des Kongo bleibt das Misstrauen zwischen den Staats- und Regierungschefs der DR Kongo, Ruandas und Ugandas ein großes Hindernis. Das Nachbarland Ruanda unterstützt die bewaffnete Gruppe M23 und hat seine Unterstützung für die M23 in den Jahren 2024 und 2025 verstärkt. Die sich verschärfenden Konflikte im Osten des Kongo haben die Länder der Region dazu veranlasst, zwei Friedensinitiativen zu vermitteln: den sogenannten Luanda-Prozess und den Nairobi-Prozess.
Seit der Eskalation der Kämpfe zwischen der kongolesischen Armee und der bewaffneten Gruppe „Mouvement du 23 mars“ (M23) im März 2022 mussten Millionen Kongolesen aus ihren Häusern in der Provinz Nord-Kivu fliehen. Im Oktober 2023 verschärften sich die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Mitgliedern der M23, der FARDC und Koalitionen bewaffneter Gruppen in Nord-Kivu erneut, wodurch Millionen Menschen aus den von der M23 kontrollierten Gebieten gezwungen waren, aus ihren Häusern zu fliehen – viele davon mehr als einmal.
Trotz zahlreicher Militäroperationen der FARDC, die oft von der MONUSCO und der Mission der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft in der Demokratischen Republik Kongo (SAMIDRC) unterstützt wurden, verschlechterte sich die Lage im Osten des Landes im Jahr 2024. Es gab zwar mehrere brüchige Waffenstillstände, diese wurden jedoch nie vollständig eingehalten.
Im Jahr 2025 eskalierte die Sicherheitslage im Osten trotz eines im August 2024 vereinbarten Waffenstillstands. Am 2. Januar 2025 startete die M23 eine neue Offensive, eroberte Gebiete und vertrieb Hunderttausende Menschen in Nord- und Süd-Kivu – unter Verletzung des von der DR Kongo und dem Nachbarland Ruanda unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens.
Nach Angaben einer Gruppe von UN-Experten verstärkte Ruanda seine Unterstützung für die M23, und Tausende ruandischer Soldaten kämpfen an der Seite der M23 im Osten der DR Kongo. Dies hat Befürchtungen vor einem umfassenden Krieg zwischen den beiden ostafrikanischen Nachbarländern geschürt.
Anfang 2025 eroberte die Rebellengruppe M23 rasch die Kontrolle über mehrere wichtige Städte, darunter Masisi, Minova, Sake sowie die großen regionalen Hauptstädte Goma (Nord-Kivu) und Bukavu (Süd-Kivu).
Diese Eskalation löste massive Vertreibungen aus und zwang Hunderttausende Menschen – darunter schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder in Goma – dazu, aus ihren Häusern zu fliehen oder gewaltsam in ihre Herkunftsgebiete zurückgeschickt zu werden. In einer zweiten Vertreibungswelle zwang die M23 anschließend weitere Hunderttausende zur Rückkehr in ihre Herkunftsgebiete.
Tausende Zivilisten wurden getötet oder verletzt, und mindestens dreizehn internationale Friedenssicherungskräfte der MONUSCO und der SAMIDRC kamen während des Vormarsches ums Leben. Die Rebellen haben in den besetzten Gebieten „Parallelverwaltungen“ errichtet, was zu einer drastischen Verschlechterung der humanitären Lage in der Region geführt hat.
Auch im Jahr 2026 werden die vom Krieg zerrütteten östlichen Provinzen weiterhin von Gewalt heimgesucht, wo Angriffe bewaffneter Gruppen, Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Vergeltungsmaßnahmen die Bevölkerung zur Flucht zwingen und Lebensgrundlagen zerstören. Die Kampfhandlungen in Nord- und Süd-Kivu sowie in Ituri haben zum Tod Tausender Zivilisten, zu Vertreibungen und zu weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen geführt, darunter sexuelle Gewalt durch bewaffnete Gruppen.
Während sich die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft größtenteils auf die sich verschlechternde Lage in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu richtet, ist die humanitäre Lage in der Provinz Ituri zunehmend kritisch geworden. Die Allied Democratic Forces haben das durch die Umgruppierung der Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo entstandene Sicherheitsvakuum ausgenutzt, um Angriffe zu starten, bei denen Hunderte Zivilisten getötet wurden. Zudem haben sich die Zusammenstöße zwischen der militanten Gruppe CODECO und bewaffneten Zaïre-Gruppen in der Provinz Ituri verschärft.
In der DR Kongo kommt es weiterhin zu Gewalttaten durch mehr als 130 bewaffnete Gruppen, die in den östlichen Regionen aktiv sind. Die Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in der DR Kongo (MONUSCO) ist seit 1999 in diesen Regionen im Einsatz und damit die größte UN-Friedensmission weltweit. Die Mission ist befugt, alle notwendigen Mittel einzusetzen, um Zivilisten, humanitäres Personal und Menschenrechtsverteidiger zu schützen, die unmittelbar von körperlicher Gewalt bedroht sind, sowie die Bemühungen der Regierung um Stabilisierung und Friedenskonsolidierung zu unterstützen.
Auf Ersuchen der kongolesischen Regierung zog die MONUSCO im Juni 2024 ihre Truppen aus der Provinz Süd-Kivu ab. Derzeit sind mehr als 60 Prozent der MONUSCO-Truppen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri stationiert. Es gibt wachsende Besorgnis darüber, was mit der Zivilbevölkerung nach dem vollständigen Abzug der MONUSCO aus den östlichen Provinzen geschehen wird. Damit verbunden sind Befürchtungen hinsichtlich des Schutzes der Zivilbevölkerung und die Aussicht auf eine eskalierende humanitäre Notlage.
Spenden
Ihre Spende für die Nothilfe in der Demokratischen Republik Kongo kann dazu beitragen, dass die Organisationen der Vereinten Nationen, internationale humanitäre Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und ihre Partner vor Ort den Menschen, die sie am dringendsten benötigen, rasch Wasser, Nahrungsmittel, Medikamente, Unterkünfte und andere Hilfsgüter zur Verfügung stellen können.
- UN-Krisenhilfe: Nothilfe Demokratische Republik Kongo
https://crisisrelief.un.org/drc-crisis - UN-Krisenhilfe: Demokratische Republik Kongo – Humanitärer Fonds
https://crisisrelief.un.org/t/drc - UN-Krisenhilfe: Demokratische Republik Kongo – Fluthilfe
https://crisisrelief.un.org/drc-floods-response - UNICEF Deutschland: Nothilfe Demokratische Republik Kongo
https://www.unicef.de/informieren/projekte/afrika-2244/demokratische-republik-kongo-19260 - UNO-Flüchtlingshilfe: Flüchtlingskrise Kongo
https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/dr-kongo - Caritas international: Nothilfen in der DR Kongo
https://www.caritas-international.de/spenden/online/formular?id=KON2024Q4 - Help – Hilfe zur Selbsthilfe: Nothilfe Kongo
https://www.help-ev.de/spenden/?fb_item_id=26739 - Diakonie Katastrophenhilfe: Nothilfe DR Kongo
https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/spenden.php?p=F-DK0052 - Welthungerhilfe: Kongo: Spenden und Leben retten!
https://www.welthungerhilfe.de/spenden-kongo
Derzeit gibt es nur eine überschaubare Anzahl aktiver Spendenaufrufe für die DR Kongo-Krise. Sie können auch eine nicht zweckgebundene Spende in Betracht ziehen an humanitäre Organisationen, die in dem Land aktiv sind:
- Ärzte ohne Grenzen: Demokratische Republik Kongo
https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/demokratische-republik-kongo - CARE Deutschland: CARE-Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo
https://www.care.de/schwerpunkte/einsatzorte/afrika/demokratische-republik-kongo/ - Save the Children Deutschland: DR Kongo: Hungerkrise und Flucht
https://www.savethechildren.de/news/dr-kongo-kinder-durch-hungerkrise-und-flucht-bedroht
Weitere Organisationen, an die Sie spenden können, finden Sie unter: Humanitäre Krisenhilfe, Flucht und Vertreibung, Kinder in Not, Hunger und Ernährungsunsicherheit, Medizinische Nothilfe, Vulnerable Gruppen, Glaubensbasierte humanitäre Organisationen und Menschenrechtsorganisationen.
Weitere Informationen
- NRC Flüchtlingshilfe: „Die Welt sollte wissen, dass wir leiden“ Die vergessene Krise in der Demokratischen Republik Kongo
https://www.nrc-hilft.de/feature/2022/die-welt-sollte-wissen-dass-wir-leiden/ - Concern Worldwide: The DRC crisis, explained (in Englisch)
https://www.concern.net/story/drc-crisis-explained - ACAPS: DRC Complex crisis (in Englisch)
https://www.acaps.org/country/drc/crisis/complex-crisis - European Civil Protection and Humanitarian Aid Operations (ECHO): Democratic Republic of the Congo (in Englisch)
https://civil-protection-humanitarian-aid.ec.europa.eu/where/africa/democratic-republic-congo_en - International Crisis Group: Democratic Republic of Congo (in Englisch)
https://www.crisisgroup.org/africa/great-lakes/democratic-republic-congo - United Nations Organization Stabilization Mission in the DR Congo (MONUSCO) (in Englisch)
https://monusco.unmissions.org/en - UN OCHA: Democratic Republic of the Congo (in French)
https://www.unocha.org/drc - Oxfam International: Crisis in Democratic Republic of Congo (in Englisch)
https://www.oxfam.org/en/what-we-do/emergencies/crisis-democratic-republic-congo - International Rescue Committee: Democratic Republic of Congo (in Englisch)
https://www.rescue.org/country/democratic-republic-congo - Human Rights Watch: World Report 2026: Democratic Republic of Congo (in Englisch)
https://www.hrw.org/world-report/2026/country-chapters/democratic-republic-of-congo - Human Rights Watch: World Report 2025: Democratic Republic of Congo (in Englisch)
https://www.hrw.org/world-report/2025/country-chapters/democratic-republic-congo - Human Rights Watch: World Report 2024: Democratic Republic of Congo (in Englisch)
https://www.hrw.org/world-report/2024/country-chapters/democratic-republic-congo - Amnesty International: World Report 2025/2026: Human rights in Democratic Republic of the Congo (in Englisch)
https://www.amnesty.org/en/location/africa/east-africa-the-horn-and-great-lakes/democratic-republic-of-the-congo/report-democratic-republic-of-the-congo/
Zuletzt aktualisiert: 17/08/2026