Die Vereinten Nationen und ihre humanitären Partner haben am Dienstag den Humanitären Bedarfs- und Reaktionsplan (HNRP) 2026 für Burkina Faso veröffentlicht, um die nationalen humanitären Bemühungen des Landes zu unterstützen. Der HNRP ersucht um 658,5 Millionen US-Dollar für Schlüsselbereiche wie Ernährungssicherheit, Gesundheit und grundlegende Versorgung, wobei etwa 4,5 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigen.
Burkina Faso sieht sich weiterhin mit einer vielschichtigen humanitären Krise konfrontiert, die in erster Linie durch Unsicherheit, Vertreibung und klimabedingte Schocks verursacht wird, welche die Gefährdungslage überall im Land verschärfen. In diesem Jahr wollen die Vereinten Nationen und ihre Partner 2,7 Millionen Menschen in den 13 Regionen unterstützen, in denen der Bedarf am dringlichsten ist.
Allerdings beeinträchtigen Finanzierungslücken weiterhin den Umfang der humanitären Hilfe. Im Jahr 2025 wurde nur ein Drittel der erforderlichen Mittel bereitgestellt, was die Hilfsorganisationen zu schwierigen – und manchmal unmöglichen – Entscheidungen zwang. Im vergangenen Jahr konnte weniger als die Hälfte der Menschen, für die Hilfsmaßnahmen vorgesehen waren, erreicht werden.
Ohne zusätzliche Unterstützung durch Geber könnten die hart erkämpften Fortschritte zunichtegemacht werden, was die Widerstandsfähigkeit und die Wiederaufbaubemühungen untergraben würde, warnen humanitäre Hilfsorganisationen.
Der Zugang bleibt schwierig, insbesondere in abgelegenen Gebieten, wo die Hilfe oft auf Lufttransporten oder begleiteten Konvois beruht, was die operativen Kosten in die Höhe treibt. Weitere humanitäre Herausforderungen sind der erhöhte Druck auf die Aufnahmegemeinden aufgrund des Zustroms von Binnenvertriebenen, unzureichende Ressourcen und ungedeckter Schutzbedarf.
Trotz dieser Herausforderungen haben Hilfsorganisationen erhebliche Anstrengungen unternommen, um Gebiete mit einer hohen Konzentration von schutzbedürftigen Menschen zu erreichen, darunter auch schwer zugängliche Gebiete und Gebiete, in die Menschen zurückkehren.
Unsicherheit, klimabedingte Schocks wie Überschwemmungen und Stürme sowie Gesundheitsnotlagen untergraben die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden. Diese Faktoren erhöhen die Gefährdung der am stärksten gefährdeten Gruppen: Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen.
Die zentrale Sahelzone, primär das Gebiet Liptako Gourma an der Grenze zu Burkina Faso, Mali und Niger, ist von einer komplexen Notlage betroffen, die durch organisierte Kriminalität, nichtstaatliche bewaffnete Gruppen, zunehmenden Wettbewerb um knappe Ressourcen, Klimawandel und hohe Armut geprägt ist.
Diese Krise hat in den betroffenen Ländern zu einer massiven Binnenvertreibung geführt, von der über 2,7 Millionen Binnenvertriebene betroffen sind. Etwa drei Viertel der Binnenvertriebenen – über 2 Millionen – leben in Burkina Faso. Zu den am stärksten gefährdeten Gruppen zählen neben Binnenvertriebenen Aufnahmegemeinschaften, Rückkehrer, Asylsuchende und Flüchtlinge.
Im Zusammenhang damit berichtete das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) ebenfalls am Dienstag, dass fast 290.000 Rückkehrer in der Region Koulsé in Burkina Faso dringend Unterstützung benötigen.
Laut OCHA sind etwa 288.888 Binnenvertriebene in ihre Herkunftsgebiete in der Region Koulsé zurückgekehrt und benötigen sofortige humanitäre Hilfe. Seit 2019 wurden viele Rückkehrer vertrieben und kehren nun in Gebiete zurück, in denen Häuser und grundlegende Infrastruktur beschädigt oder zerstört wurden. Der Zugang zu grundlegenden Versorgungseinrichtungen ist in diesen Gebieten nach wie vor eingeschränkt.