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  1. Humanitäre Nachrichten

DR Kongo: EU zutiefst besorgt über Verschärfung der humanitären Lage

Von Simon D. Kist , 9 Juli 2023

Die Europäische Union (EU) ist zutiefst besorgt über die Verschlechterung der Sicherheitslage und der humanitären Situation in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo, DRK), die vor kurzem zu einer sofortigen Ausweitung der humanitären Maßnahmen der Vereinten Nationen im östlichen Teil des Landes geführt hat. In einer Erklärung des Hohen Vertreters für Auswärtige Angelegenheiten, Josep Borrell, vom Freitag brachte die EU zudem ihre Empörung über das Ausmaß an Gewalt und Gräueltaten zum Ausdruck, die von bewaffneten Gruppen weiterhin ungestraft gegen Zivilisten verübt werden. 

Die EU rief alle bewaffneten Gruppen - einschließlich der FDLR-Kräfte, der bewaffneten Gruppe CODECO, der M23-Rebellen, der ADF-Rebellen und der Zaire-Gruppe - dazu auf, unverzüglich alle Feindseligkeiten und Angriffe gegen Zivilisten einzustellen, ihre Waffen niederzulegen, sich aus den von ihnen besetzten Gebieten zurückzuziehen und an den entsprechenden Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und Wiedereingliederungsprozessen teilzunehmen.

In der Erklärung heißt es, die EU sei "entsetzt über Berichte über sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen in großem Ausmaß, einschließlich der sexuellen Ausbeutung von vertriebenen Frauen und Mädchen sowie der Rekrutierung von Kindern".

Die supranationale Organisation verurteilte diese Grausamkeiten und forderte alle bewaffneten Gruppen auf, ihre ungesetzlichen Tötungen, Vergewaltigungen und anderen mutmaßlichen Kriegsverbrechen einzustellen. 

"Alle für die Verletzung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts Verantwortlichen müssen vor Gericht gestellt werden, und es muss sichergestellt werden, dass sie in vollem Umfang zur Rechenschaft gezogen werden", betonte die Europäische Union.

Die EU verurteilte ferner nachdrücklich die anhaltende Unterstützung und Hilfe für bewaffnete Gruppen durch staatliche Akteure, einschließlich der Unterstützung der M23 durch Ruanda und der ruandischen Militärpräsenz im Ostkongo sowie der Unterstützung und Zusammenarbeit der Demokratischen Republik Kongo mit der FDLR und anderen lokalen und ausländischen bewaffneten Gruppen.

"Die Ursachen der regionalen Instabilität, einschließlich der illegalen Ausbeutung und des Schmuggels natürlicher Ressourcen, müssen angegangen werden. Natürliche Ressourcen sollten zu einer Triebfeder für nachhaltige Entwicklung werden", heißt es in der Erklärung der EU.

"Alle Staaten und Akteure in der Region und darüber hinaus müssen den Kampf gegen den Handel mit natürlichen Ressourcen innerhalb und aus der Demokratischen Republik Kongo sowie gegen die Geldwäsche zugunsten bewaffneter Gruppen und krimineller Netzwerke intensivieren."

Die Demokratische Republik Kongo ist mit einer der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt konfrontiert, und die Situation im Land ist eine der am meisten vernachlässigten Vertreibungskrisen weltweit. Seit Jahrzehnten leidet das Land unter mehreren, sich überschneidenden Notsituationen, die vor allem durch Konflikte und Zwangsvertreibungen verursacht werden. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass in diesem Jahr 26,4 Millionen Menschen in dem Land humanitäre Hilfe benötigen.

Aufgrund der anhaltenden Gewalt leidet die DRK bereits unter der größten internen Vertreibungskrise in Afrika. 7,5 Millionen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo mussten aus ihren Häusern fliehen. Darunter sind 6,2 Binnenvertriebene und 1,3 Millionen Flüchtlinge, die in den Nachbarländern Schutz gesucht haben.

Im Jahr 2023 hat die humanitäre Lage in den östlichen Provinzen der DR Kongo ein verheerendes Ausmaß erreicht, da die zyklische Gewalt durch bewaffnete Gruppen und die anschließende Vertreibung weiterhin Millionen von gefährdeten Zivilisten betrifft. Im Osten der Demokratische Republik Kongo sind mehrere bewaffnete Gruppen aktiv, darunter die Rebellengruppe Mouvement du 23 mars (M23), die bewaffnete Gruppe CODECO, die Rebellen der Alliierten Demokratischen Kräfte (ADF) und militante Kämpfer der Zaire-Gruppe. 

Am 16. Juni kündigten die weltweit führenden Vertreter der humanitären Hilfe eine systemweite Verstärkung an, die es den humanitären Organisationen ermöglichen wird, ihre Maßnahmen im Osten der Demokratischen Republik Kongo nach Monaten der unerbittlichen Gewalt und des steigenden Bedarfs an humanitärer Hilfe auszuweiten. 

Die Aufstockung konzentriert sich auf die Nahrungsmittelknappheit, den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und die Ausbreitung behandelbarer Krankheiten in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. Seit dem Beschluss haben die Organisationen der Vereinten Nationen Teams in den östlichen Teil des Landes entsandt und zusätzliche Mittel bereitgestellt, um ihre Hilfe erheblich zu verstärken. 

Am Freitag kündigte das Welternährungsprogramm (WFP) an, dass es seine Bargeldverteilungen im Juli erhöhen werde, um 1,1 Millionen Menschen in Vertriebenenlagern, Sammelunterkünften und Gastfamilien in Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu zu erreichen. Die UN-Organisation wird die Zahl der Menschen, die mit lebensrettenden Nahrungsmitteln und Bargeld unterstützt werden, in den nächsten sechs Monaten schrittweise erhöhen.

Die Aufstockung der Hilfe ist eine Reaktion auf die anhaltende Gewalt, die seit März 2022, als die Zusammenstöße zwischen bewaffneten Gruppen - hauptsächlich Rebellen der M23 - und Regierungstruppen wieder aufflammten, rund 2,8 Millionen Menschen in die Flucht getrieben hat. Mehr als eine Million Menschen mussten seit Januar 2023 vor der Gewalt im Osten der DRK fliehen.

Frauen und Kinder sind von großen Vertreibungskrisen meist am stärksten betroffen. Humanitäre Organisationen vor Ort sind zutiefst beunruhigt über die Zunahme geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen in überfüllten Vertriebenenlagern.

Weitere Informationen 

Vollständiger Text: Demokratische Republik Kongo (DRC): Erklärung des Hohen Vertreters im Namen der Europäischen Union, Rat der Europäischen Union, Pressemitteilung, veröffentlicht am 7. Juli 2023 (in Englisch)
https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2023/07/07/democratic-republic-of-the-congo-drc-statement-by-the-high-representative-on-behalf-of-the-european-union/

Tags

  • Demokratische Republik Kongo
  • Menschenrechte
  • Vertreibung
  • Unterfinanzierte Krise

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