Angesichts der anhaltenden Belagerung durch die israelische Regierung, welche die Bevölkerung des Gazastreifens verhungern lässt, haben 115 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) am Mittwoch Alarm geschlagen und die Regierungen der Welt eindringlich zum Handeln aufgefordert. Die NGOs fordern entschlossenes Handeln, darunter die Öffnung aller Landübergänge und die Wiederherstellung des uneingeschränkten Nachschubs von Lebensmitteln, sauberem Wasser, medizinischer Versorgung, Unterkünften und Treibstoff durch einen prinzipientreuen, von den Vereinten Nationen geleiteten Mechanismus.
Hunger, Krankheit und Vertreibung drohen den Sudan zu zerstören, da sich der Krieg im ganzen Land ausbreitet und "eine humanitäre Notlage epischen Ausmaßes" heraufbeschwört, sagte der Leiter der humanitären Hilfe der Vereinten Nationen heute. Martin Griffiths, UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordinator, warnte ferner, dass "ein anhaltender Konflikt im Sudan die gesamte Region in eine humanitäre Katastrophe stürzen könnte".
UN-Nothilfechef Tom Fletcher forderte die internationale Gemeinschaft am Montag auf, das humanitäre Völkerrecht zu verteidigen, den Schutz aller Zivilisten zu fordern und den Kreislauf der Gewalt in Gaza zu durchbrechen. Unterdessen kommen immer mehr Rechtsexperten und Organisationen zu dem Schluss, dass die israelischen Militäraktionen und anderen Handlungen in Gaza, die sich gegen die Palästinenser als Gruppe richten, einem Völkermord gleichkommen.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat am Mittwoch gewarnt, dass das Zeitfenster für die Rettung von Menschenleben im Sudan immer kleiner wird, denn in den vom Krieg zerrissenen Regionen droht eine Hungersnot, während Zivilisten durch die verstärkten Kämpfe in Nord-Darfur eingeschlossen sind. Die Gefahr einer Hungersnot wächst, vor allem für 5 Millionen Sudanesen, die bereits am Rande des Verhungerns stehen.
In einem neuen Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde, stellt die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen für die besetzten palästinensischen Gebiete, einschließlich Ostjerusalem, und Israel fest, dass Israel Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen begangen hat. Die Kommission forderte Israel und alle Staaten nachdrücklich auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, um den Völkermord zu beenden und die Verantwortlichen zu bestrafen.
Nach monatelangen Verzögerungen sind diese Woche vierhundert kenianische Sicherheitsbeamte als Teil eines internationalen Polizeikontingents in Haiti eingetroffen, das die grassierende Bandengewalt in dem Karibikstaat eindämmen soll. Im Oktober letzten Jahres genehmigte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Multinationale Sicherheitsunterstützungsmission (MSS), um die haitianische Nationalpolizei bei der Bekämpfung der Gewalt und der Wiederherstellung des Friedens in dem weitgehend von Banden beherrschten Land zu unterstützen.
Seit dem letzten Angriff auf El Fasher im sudanesischen Bundesstaat Nord-Darfur Ende Oktober sind laut Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) Zehntausende Flüchtlinge und Rückkehrer in den benachbarten Tschad gelangt. Das Land in der Sahara beherbergt derzeit etwa 903.000 sudanesische Flüchtlinge, die vor dem Krieg geflohen sind, der im April 2023 im Sudan ausgebrochen ist.
Die Vereinten Nationen sind zunehmend besorgt um den Schutz der Zivilbevölkerung in Myanmar, da sich bewaffnete Konflikte über das ganze Land ausbreiten. Laut dem UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) werden die Menschen in mehreren Bundesstaaten weiterhin durch die Verseuchung mit Landminen, Explosivstoffen, Kämpfe mit schweren Waffen und Bombardierungen aus der Luft aus ihren Häusern vertrieben, was die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage weiter verschärft.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat davor gewarnt, dass die Intensivierung der Kämpfe in Myanmars Rakhine-Staat zwischen dem Militär und der nichtstaatlichen bewaffneten Gruppe Arakan Army (AA) sowie die Spannungen zwischen den Rohingya und den ethnischen Rakhine-Gemeinschaften eine ernste Bedohung für die Zivilbevölkerung darstellen. In einer Erklärung vom Freitag warnte Türk vor der großen Gefahr einer Wiederholung vergangener Gräueltaten, wie etwa der schrecklichen staatlich gestützten Verfolgung der Rohingya im Jahr 2017.
Die ethnische Minderheit der Rohingya in Myanmar, die 2016 und 2017 Opfer einer brutalen Kampagne von Massengräueltaten und Verfolgung durch das Militär des Landes wurde, sieht sich erneut einer Welle tödlicher Gewalt ausgesetzt, die das "Schreckgespenst der ethnischen Säuberung“ heraufbeschwört. Diesmal sollen die Täter jedoch die Arakan Army (AA) sein, eine von mehreren ethnischen Gruppen, die gegen die regierende Junta des Landes kämpfen, sowie die Sicherheitskräfte Myanmars, wie Überlebende und Menschenrechtsgruppen berichten.
Fast ein Jahr nach Beginn des Krieges im Gaza-Streifen ist die humanitäre Lage weiterhin katastrophal. Israels unerbittlicher Krieg und die Blockade haben das Territorium verwüstet, 1,9 Millionen Menschen vertrieben, die wiederholt in immer kleinere Gebiete gezwungen wurden, und den Zugang zu dringend benötigten Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten abgeschnitten. Unterdessen droht eine weitere humanitäre Katastrophe in der Region, da die Streitkräfte Israels ihren Krieg gegen den Libanon ausweiten.
Angesichts der gravierenden Unterfinanzierung im Jahr 2025 haben die Vereinten Nationen (UN) und ihre Partner eine düstere Warnung hinsichtlich der eskalierenden humanitären Krise in Myanmar ausgesprochen. Laut dem am Mittwoch veröffentlichten humanitären Bedarfs- und Reaktionsplan (HNRP) für 2026 werden im kommenden Jahr über 16,2 Millionen Menschen in Myanmar, darunter 5 Millionen Kinder, lebensrettende Hilfe und Schutz benötigen.
Die Vereinten Nationen warnen, dass der Mangel an humanitären Hilfsgeldern das Leben von Millionen von Menschen in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo, DRK) gefährdet. Viele Hilfsorganisationen sehen sich gezwungen, ihre Tätigkeit einzuschränken, was zu einer Unterbrechung der lebensnotwendigen Versorgung der Notleidenden führt. Das Amt für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um diese gravierenden Finanzierungslücken zu schließen und "eine humanitäre Tragödie abzuwenden".
Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) und nigerianische Regierungvertreter haben einen Hilfsaufruf in Höhe von 910 Millionen US-Dollar lanciert, um die eskalierende humanitäre Krise in den nordöstlichen Bundesstaaten Borno, Adamawa und Yobe (BAY-Staaten) zu adressieren, in denen schätzungsweise 7,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Die Integrierten Klassifizierung der Ernährungssicherheit (IPC) – die weltweit führende Autorität für akute Ernährungssicherheit – warnt, dass sich derzeit im Gazastreifen das Worst-Case-Szenario einer Hungersnot abzeichnet, da der Zugang zu Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern und Versorgung auf ein noch nie dagewesenes Niveau abgestürzt ist. In einer am Dienstag veröffentlichten IPC-Warnung wird betont, dass in Teilen des Territoriums zwei von drei Hungersnotschwellen überschritten wurden.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, ist zutiefst besorgt darüber, dass die jüngsten Drohnenangriffe auf die Stadt Port Sudan, dem wichtigsten Zugangspunkt für humanitäre Hilfe im Sudan, die humanitäre Lage verschärfen und die Hilfsmaßnahmen in dem vom Krieg zerrütteten Land weiter erschweren könnten. In einer Erklärung, die sein Sprecher am Mittwoch veröffentlichte, warnte Guterres, dass diese erhebliche Eskalation zu zahlreichen Opfern unter der Zivilbevölkerung und zur weiteren Zerstörung wichtiger Infrastruktur führen könnte.
Das Ausmaß der humanitären Katastrophe im Sudan ist beispiellos. Am 15. April 2023 brach ein Konflikt zwischen den paramilitärischen Rapid Support Forces und den sudanesischen Streitkräften aus, der zu massiven Vertreibungen, Hunger und der weltweit größten humanitären Krise führte. Nach 27 Monaten Konflikt sind mehr als 12 Millionen Menschen infolge des andauernden Krieges auf der Flucht. Die Zahl der Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen, liegt bei 30,4 Millionen – das sind zwei Drittel der Bevölkerung des Sudan.